Welches waren außerhalb Roms die wichtigsten wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentren? Unsere Ausflüge führen Sie von den ersten etruskischen Ansiedlungen nördlich von Rom bis hin zu der alten Hafenstadt Ostia Antica, die von der UNESCO zu den 100 bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Welt gezählt wurde.
Ca. 20 km außerhalb Roms befindet sich die antike Hafenstadt von Ostia. Erste Ansiedlungen gehen laut Tradition bereits auf das 6. Jhd.v.Chr. zurück, aber erst mit Beginn der Kaiserzeit wurde die Stadt zu einem wirtschaftlichen Zentrum ausgebaut, das über den Tiber mit Rom verbunden war. Die wirtschaftliche Blüte Ostias dauerte jedoch nicht lange an, denn bereits ab dem 3.Jhd. verlagerte sich das Handelszentrum nach Portus. Die in den folgenden Jahren zunehmende Austrocknung des Tiberflusses sowie der Überschwemmung von 1557 führten schließlich dazu, dass auch die letzten Bewohner die alte Hafenstadt verließen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Ausgrabungen in Ostia Antica unternommen. Die zum Teil noch gut erhaltenen Bauruinen und Fußbodenmosaike lassen Ostia Antica heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Welt zählen.
Viterbo liegt ungefähr 70 km nördlich von Rom im wunderschönen Landschaftsgebiet der Tuscia, das in der Antike das Zentrum der Etruskeransiedlungen bildete. Die eigentliche Bedeutung Viterbos geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als die Stadt zum Zufluchtsort und zum vorläufigen Sitz der Päpste wurde. Über die antike Konsularstraße, die von Florenz nach Rom direkt an Viterbo vorbei führte, erfuhr Viterbo seit der Antike nicht nur eine wirtschaftliche und politische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung: nicht zuletzt auch bedingt durch die interessanten Aufträge der reichen Feudalherren, hielten sich mit der Zeit immer mehr Künstler in Viterbo auf, von denen einige einen ganz eigenen, „viterbesischen“ Stile entwickelten. Von großem Interesse ist heute immer noch der alte Stadtkern mit seinen kunsthistorischen Reichtümern, darunter der Palazzo dei Papi, der um 1255 als Residenz der Päpste erbaut wurde, die Piazza del Plebiscito mit dem Palazzo die Priori, das stimmungsvolle Stadtviertel S. Pellegrino oder die Kirche S. Maria Nuova, in der wir auf eines der schönsten Beispiele der viterbesischen Malerei stoßen.
Die Stadt Tarquinia ist eines der schönsten und sehenswertesten Ausflugsziele der Tuscia. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich die Stadt, die der Legende zufolge von dem Etrusker Tarconte gegründet wurde, zu einem der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Zentren der Region. Nach den Invasionen der Barbaren wurde die Stadt vom Meer auf eine Anhöhe ins Landesinnere verlagert und durch eine große Stadtmauer, die noch heute zu besichtigen ist, vor feindlichen Eindringlingen geschützt. Erst 1922 erhielt die Stadt, die seit dem Mittelalter den Namen Corneto erhalten hatten, ihren ursprünglichen Namen zurück. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen engen Straßen, Türmen und Kirchen gehört zweifellos zu den schönsten im Latium. Besondere Beachtung findet der im 15. Jahrhundert errichtete Palazzo Vitelleschi, der heute Sitz des Museo Nazionale Tarquiniense ist, in dem eine der imposantesten italienischen Sammlungen etruskischer Kunst ausgestellt ist. Die Ausstellungsstücke stammen von den Ausgrabungen in Tarquinia und von der in der Nähe gelegenen Nekropole, die wir anschließend besichtigen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden auf dem Gebiet der Necropoli etrusca die Monterozzi 6000 Grabmäler identifiziert. Die heute zu besichtigen 20 Grabmäler sind insofern einzigartig, da einige von ihnen heute noch die originalen Wandmalereien zeigen.