Ein Besuch der archäologischen Sammlungen in Rom führt uns zugleich zu einigen der interessantesten historischen Orte der Stadt: zum Beispiel zu den Kapitolinischen Museen, der ältesten öffentliche Sammlung Europas, oder zu der wunderschönen, am Fuße des Borghese Parks gelegenen Villa Giulia, in der sich heute das Etruskische Nationalmuseum befindet.
Die Sammlungsbestände des Museo della Civilità Romana liefern uns einen interessanten Überblick über die römische Geschichte vom Anfang bis zum 4. Jahrhundert, dem Beginn des Christentums in Rom. Interessante Reproduktionen informieren uns über das Alltagsleben und das öffentliche Leben in Rom: Kalkabgüsse von Statuen, von Inschriften, von Häusern (in Originalgröße) und Gegenständen aus dem Alltagsgebrauch. Außerdem finden wir Plastiken von Bauwerken und architektonischen Komplexen Roms und der Provinzen des Römischen Reiches. Die ausgestellten Werke haben einen sehr hohen didaktischen und dokumentarischen Wert und sind vor allem für diejenigen zu empfehlen, die wissen möchten, wie Rom einmal ausgesehen hat. Das Museum liegt in dem von Mussolini erbauten Viertel EUR, etwa 5 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums. Mit der Metro ist es aber sehr bequem zu erreichen.
Die Geschichte der Kapitolinischen Museen, dem ältesten öffentlichen Museum Europas, beginnt im Jahr 1471, als Sixtus IV. mit der Schenkung einiger Skulpturen aus dem Lateran den Grundstein für die Sammlung legte. Im 16. Jahrhundert und dann vor allem im 18. Jahrhundert kamen weitere bedeutende Sammlungsstücke hinzu, darunter die Statuen und Portraits aus der Sammlung des Kardinals Albani. 1734 wurden die Kapitolinischen Museen von Papst Clemens XII. offiziell eingeweiht. Neben der eindrucksvollen Statuensammlung, zu deren berühmtesten Beispiele der Dornauszieher,die Kapitolinische Wölfin, die Reiterstatue des Kaisers Marc Aurel und die Überreste der riesigen Statue des Kaisers Konstantin gehören, sind auch die Pinakothek mit Werken von Titian, Veronese, Caravaggio, Guercino, Rubens, van Dyck, etc., und die Fresken vom Cavalier d’Arpino von großem Interesse. Einzigartig ist auch der Blick vom antiken Tabularium auf das Forum Romanum!
Als Teil der Kapitolinischen Museen gehört die Antikensammlung in der Centrale Montemartini zu einem der interessantesten Ziele unser Museumsführungen: aufgrund von Platzmangel in den Kapitolinischen Museen wurde 1997 in den Räumen der Centrale Montemartini, dem ältesten Elektrizitätswerk in Rom, eine Ausstellung mit dem Titel “Die Maschinen der Götter“ realisiert: antike Statuen inmitten neuzeitlicher Technologie. Was als vorübergehendes Projekt geplant war, wurde in den folgenden Jahren zur planerischen Umsetzung eines Museums, in dem klassische und industrielle Archäologie auf eindrucksvolle Weise gegenüber gestellt sind.
Ein Besuch des Museo Etrusco di Villa Giulia lohnt sich nicht nur allein wegen der reichen Sammlung etruskischer Kunst, sondern auch wegen der wunderschönen Architektur der Villa, einem der Höhepunkte der römischen Spätrenaissance: erbaut wurde sie zwischen 1550 und 1555 von den Architekten Jacopo Barozzi da Vignola, Giorgio Vasari und Bartolomeo Ammanati für Papst Julius III., der sich hier während der heißen Sommermonate zurück zog. Seit 1889 ist die Villa Sitz des heutigen Museums. Im Inneren treffen wir auf eine der bedeutendsten Ausstellung etruskischer Kunst, deren Objekte hauptsächlich aus den Gebieten des nördlichen Latium kommen, darunter der berühmte Sarkophag der Eheleute aus Cerveteri und die Bronzestatuen aus Vulci. Bedeutend sind neben den Statuen auch die etruskischen Schmuckstücke aus den Sammlungen römischer Familien und die Abteilung mit Objekten und Gebrauchsgegenständen aus den Tibergebieten Corchiano, Vignanello, Nepi Narce und Falerii Veters (Civita Castellana).
Das 1889 gegründete Museo Nazionale Romano setzt sich aus fünf unterschiedlichen Sektionen zusammen, die gemeinsam die bedeutendste archäologische Sammlung der Welt bilden. Falls Sie diese Führung interessiert, dann klicken Sie bitte oben auf Buchungsanfrage. Wir stellen Ihnen dann die Führung zusammen (natürlich können Sie sich auch nur für eine Sektion des Museums entscheiden). Zu dem Museum gehören:
Die Diokletiansthermen, die größte Thermenanlage des römischen Reiches, die 1561 nach Plänen Michelangelos als Kirche (S. Maria degli Angeli) mit einem großen Kreuzgang umgebaut wurde. In den anderen Räumen der ehemaligen Thermen sind heute die Sammlung antiker Skulpturen, die epigraphische Abteilung und die Objekte der jüngsten Ausgrabungen in Osteria dell’Osa, Castiglione, Gabi, Fidene, etc. zu besichtigen.
Der Palazzo Massimo alle Terme. Neben der Sammlung antiker Skulpturen, Reliefs und Portraits ist der Palazzo Massimo vor allem wegen der hier ausgestellten antiken Wandmalereien interessant, zu deren schönsten Beispiele die Malereien der Villa di Livia in Prima Porta gehören. Von Bedeutung sind auch die Schmuck- und Münzensammlung sowie die „Mumie“ von Grottarossa.
Der Palazzo Altemps. In dem wunderschönen Palast an der Piazza Navona sind antike Statuen aus dem Besitz verschiedener römischer Familien zusammengetragen. Aus der Sammlung des Kardinals Ludovico Ludovisi, dessen Villa sich auf dem Quirinal befand, stammen die berühmten Statuengruppen des Sterbenden Galliers und Oreste und Elektra sowie der Kopf der Juno, in den Goethe sich während seines Romaufenthaltes regelrecht „verliebt“ hatte.
Die Crypta Balbi befindet sich auf der Stelle eines antiken Innenhofes, der an das 13 v. Chr. errichtete Theater von Balbo angrenzte. Im Mittelalter und in der Renaissance entstand hier ein Kloster und Wohnungen für Händler. Kunsthandwerk, Manufakturwaren und jüngste Ausgrabungsobjekte vom Forum Romanum dokumentieren heute im Inneren der Ausstellungsräume die kulturelle und städtebauliche Entwicklung Roms.
Die Aula Ottagona gehörte ursprünglich zu dem Komplex der Diokletiansthermen. Seit 1878 wurde der oktagonale Raum auf verschiedene Weise benutzt: zuerst diente er als Sporthalle, dann für die Aufnahmen der Minerva Kinoproduktion, anschließend als Planetarium und heute als Ausstellungsraum antiker Skulpturen, die alle aus römischen Thermen stammen.