Sie haben recht: 6 Uhr ist eine frühe Zeit. Aber das frühe Aufstehen lohnt sich, wenn Sie Rom vor dem Alltagschaos genießen möchten: Sie alleine vor dem Trevibrunnen, auf dem Campo de' Fiori wenn die Markthändler Ihre Stände aufbauen, auf dem Kapitolsplatz wenn die Sonne über dem Forum Romanum aufgeht oder einfach gemütlich in einer Bar bei einem heißen Cornetto und einer leckeren Tasse Cappuccino. Wer kann nach seiner Rückkehr aus Rom schon sagen, Rom fast ganz für sich gehabt zu haben?
Michelangelo war eines der letzen großen Allround-Genies der italienischen Kunst: als Architekt, Bildhauer und Maler hat er vor allem im Vatikan einige seiner größten Meisterwerke hinterlassen, die Thema unseres Rundgangs sein sollen. Unser besonderer Schwerpunkt soll sich aber auf seine weltberühmten Fresken in der Sixtinischen Kapelle richten. Wussten Sie, dass Michelangelo vor den Arbeiten in der päpstlichen Kapelle noch nie einen Pinsel in der Hand gehabt hatte? Wie und mit welcher Technik gelang es ihm, diese großartigen Fresken zu realisieren? Suchen Sie sich in der Sixtinischen Kapelle Ihr Lieblingsmotiv aus, dass Sie dann unter fachmännischer Anleitung in den suggestiven Räumlichkeiten der Burganlage von S. Severa am Meer (ca. 30 km von Rom) reproduzieren können. Zwei professionelle Restauratorinnen werden Ihnen während eines Vormittagskurses (4 Stunden) die Geheimnisse der Freskotechnik enthüllen. Sie werden es nicht glauben, aber am Ende werden Sie Ihr eigenes Fresko mit nach Hause nehmen können.
Auf Wunsch können auch Wochenendseminare zum Erlenen der Freskotechnik organisiert werden.
Das versteckt gelegene Casino Massimo und die Malerei der Nazarener
Dauer: ca. 1 Stunde
Trotz seiner Bedeutung für die Geschichte der deutschen Künstler in Rom wird das Casino Massimo heute so gut wie in keinem deutschsprachigen Rom-Stadtführer erwähnt, was wohl der Grund dafür ist, dass der Ort, der nur an bestimmten Tagen und Uhrzeiten zugänglich ist, so gut wie von niemandem besucht wird. Von großem Interesse ist die malerische Ausstattung der Villa in der Nähe des Laterans, die uns zu dem Künstlerkreis der Nazarener führt, einer Gruppe von deutschen Malern, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Rom und Wien aktiv war. Ihre Kunstauffassung, die dem zeitgleichen akademischen Klassizismus entgegen stand und Wegbereiter für die Romantik wurde, hatte sich die Wiederentdeckung der deutschen und italienischen Renaissancemalerei zum Maßstab gesetzt, wobei etwa Bildwerke von Raffael und Albrecht Dürer zu häufig rezitierten Vorbildern wurden. Im Auftrag des Marchese Massimo, ein Mitglied des römischen Hochadels, arbeiteten in der Villa ab 1817 Johann Friedrich Overbeck, Julius Schnorr von Carolsfeld, Peter von Cornelius, Philipp Veit und Anton Koch. In drei Räumen stellten sie Erzählungen von Dante, Torquato Tasso und Ludovico Ariosto dar.
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden
“O wie fühl’ ich in Rom mich so froh! gedenk’ ich der Zeiten, Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing, Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte, Fab- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes Düstre Wege zu späh’n, still in Betrachtung versank..“.
Mit diesem Abschnitt aus den Römischen Elegien manifestierte Goethe seine große Liebe zu Rom, der Ewigen Stadt, in der er mit kurzer Unterbrechung zwischen 1786 und 1788 wohnte. „Von früher Jugend an war der Gedancke Rom zu sehen in seine Seele geprägt und ich kann mir die Freuden sehr lebhaft dencken, die Er jetzt fühlt in dem Genuß der Meisterwerke der Vorwelt-auf sein gantzes Leben muß ihn das ergötzen- auch seine Freunde werden mit genüssen, den Er hat die Gabe zimlich lebendig die Dinge dazustellen.“ (Brief der Frau Rat an die Herzogn Amalia). Noch heute ist es ein Vergnügen, sich mit Goethes römischen Aufzeichnungen durch Rom zu begeben und das nicht nur wegen seiner Beschreibungsgabe der Dinge, sondern auch, da diese uns heute als Zeugnis der Zeit dienen. Der Rundgang führt uns von der Piazza del Popolo zum Kapitol.
Zwischen den vielen Sehenswürdigkeiten Roms hin und her gerissen, schaffen es viele Besucher während ihres Romurlaubs nur selten, dass ehemalige Ghetto aufzusuchen. Dabei darf ein Spaziergang durch die engen, ruhigen Gassen wohl mit zu den suggestivsten Eindrücken zählen. Von 1555 bis 1848 war dieser Bezirk seitlich des Tiberflusses von hohen Mauern begrenzt, hinter denen die Juden auf kleinster Fläche und unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen zusammenleben mussten. Der Rundgang führt und zurück in eine der tragischsten Epochen der Weltgeschichte, die in Rom am 16. Oktober 1943, als 2091 Juden, die damals noch im Ghetto lebten, von den Deutschen abtransportiert wurden, ein Ende fand. Im Anschluss empfehlen wir Ihnen einen Besuch des Jüdischen Museums und der Synagoge.
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden
Genießen Sie Rom einmal von einer anderen Perspektive! Unsere Führung beginnt auf der Tiberinsel, von wo aus wir mit einem kleinen Boot den Tiber flussaufwärts fahren. Geschichtliche Fakten und Anekdoten sollen uns auf der Bootsfahrt begleiten und uns von den Sehenswürdigkeiten, die wir rechts und links des Ufers sehen, erzählen: über die Villa Farnesina des reichen Bankkaufmanns Agostino Chigi, über die Engelsburg und die Via Giulia und natürlich über die historischen Brücken, die vor allem bei Sonnenuntergang ein einzigartiges Schauspiel liefern. Nach unser Rückkehr spazieren wir wieder über die Tiberinsel zum Ghetto, wo wir unsere Tour nach einem kleinen Rundgang beenden wollen. Zu empfehlen ist auch eine Bootsfahrt von der Ponte Marconi nach Ostia Antica, die uns durch die wunderschöne Flora und Fauna des Tiberbettes führt.