Unsere ersten Stadtführungen, die nach chronologischer und thematischer Methode ausgearbeitet sind, leiten uns in die römische Geschichte ein und zeigen uns ihre Entwicklung von der Republik zum Kaiserreich bis zu den Anfängen des Christentums zu Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. Mit der Gründung der römischen Kirche und der Verlegung des Kaisersitzes nach Konstantinopel, sollte das Stadtbild Roms in den folgenden Jahren erhebliche Veränderungen erfahren, deren Etappen wir während unseres Rundgangs noch heute anschaulich nachvollziehen können.
Der einzigartige Blick vom Kapitol, zu dessen Füßen sich noch heute das Zentrum der römischen Antike erstreckt, ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Objekt für Dichter, Schriftsteller und Maler. Goethe zum Beispiel, beschrieb das Panorama in seiner Italienischen Reise als das „herrlichste Schauspiel“, obwohl ein Großteil des Forums damals noch gar nicht ausgegraben war. Unser Rundgang beginnt auf dem Kapitolsplatz, der um 1536 zum Anlass des Einzugs Kaiser Karls V. in Rom nach grandiosen Plänen Michelangelos neu gestaltet wurde. Wer sich länger in Rom aufhält, sollte in jedem Fall die Sammlung der Kapitolinischen Museen, die sich entlang der drei Palastbauten des Platzes erstrecken, aufsuchen! Nach einem kurzen Blick in den Marmertinischen Kerker, in dem die Heiligen Petrus und Paulus kurz vor ihrem Martyrium festgehalten wurden, betrachten wir die Kaiserforen, darunter die eindrucksvollen Märkte und die Triumphsäule des Kaisers Trajan. Von dort aus betreten wir auf dem traditionellen Pfad der Via Sacra, der Triumphstraße der Kaiser, das Forum Romanum, dem einstigen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum des antiken Roms. Rekonstruktionen und literarische Quellen sollen dabei verhelfen, uns in den Ablauf und in das Gewirr des alltäglichen Lebens während der Kaiserzeit zurück zu versetzen.
Laut Legende nimmt die Geschichte Roms mit dem Brudermord des Romulus an Remus auf dem Palatin ihren Ausgang. Unter Augustus, Tiberius, Domitian und Septimus Severus entstanden hier in der Kaiserzeit die herrlichsten Palastbauten, deren monumentalen und suggestiven Überreste, darunter die schönen Fresken in dem kürzlich restaurierten Haus des Augustus, uns noch heute eine eindrucksvolle Vorstellung des ehemaligen Glanzes liefern. Betritt man heute das Kolosseum, das mit seinen hohen Mauern am Abhang des Palatins empor ragt, dann scheint man noch immer die lauten Rufe der Zuschauer wahrnehmen zu können, die die Gladiatoren und die Tiere anfeuerten, die sich hier seit 80 n. Chr. in grausamen Kämpfen gegenüber standen. Obwohl das Kolosseum nach Verbot der Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen über Jahrhunderte hinweg verwahrlost dastand und im 18. Jahrhundert starke Schäden während eines Erdbebens erlitt, gehört es heute noch mit zu den best erhaltensten und imposantesten Bauwerken der römischen Antike.
Pantheon, Ara Pacis, Mausoleum und Sonnenuhr des Augustus, Marcellustheater, Portikus der Oktavia
Mit Augustus, Großneffe und Haupterbe Caesars, begann im Jahr 31 v. Chr. das römische Kaiserreich. Seine Herrschaft war durch eine Zeit lang anhaltenden Friedens gekennzeichnet, an die noch heute die Ara Pacis, der Friedensaltar, der dem Kaiser nach seinen Siegen in Gallien und Spanien geweiht wurde, erinnert. Nach mehreren Jahren der Restaurierung wurde der Altar, der nach Projekten des deutschen Architekten Richard Meiers in eine moderne, suggestive Baustruktur einbezogen wurde, im Jahr 2006 neu eröffnet. Angrenzend an die Ara Pacis liegt verborgen das Mausoleum des Augustus, das von den Restauratoren bis heute leider weitestgehend unbeachtet geblieben ist. Der Obelisk, der heute vor dem Parlament empor ragt, diente ursprünglich als Zeiger der großen Sonnenuhr, die Kaiser Augustus im Jahr 10 v. Chr. auf dem Campus Martius errichten ließ. In der Nähe des Parlaments liegt das weltberühmte Pantheon, das, wie die lateinische Inschrift auf dem Dreiecksgiebel kund gibt, unter Marcus Agrippa, Freund und Schwiegersohn des Kaisers Augustus, errichtet wurde. Die Inschrift stammt aus der Zeit des Kaisers Hadrian, der das Pantheon nach einem Brand im 2. Jhd. n. Chr. wieder aufbauen ließ. Zum Abschluss wollen wir uns noch zwei weitere imposante Bauwerke, die im Zusammenhang mit Kaiser Augustus entstanden, ansehen: das Marcellustheater, das der Kaiser in Andenken an seinen im Alter von nur 19 Jahren verstorbenen Neffen und Schwiegersohn Marcellus errichten ließ und den Portico d’Ottavia, der nach Augustus’ Schwester benannte Portikus, der im 16. Jahrhundert die Grenze zum Ghetto bildete.
Gaius Julius Caesar ist heute die berühmteste Persönlichkeit des antiken Roms: seine politischen Erfolge, sein Machtstreben sowie seine gewandte Redekunst haben ihn in einem für damalige Zeiten relativ reifem Alter zum ersten Diktator der römsichen res publica gemacht. Von großer Bedeutung war auch die Bauaktivität Caesars in Rom gewesen. Unserer Rundgang, der sich darüber hinaus mit dem Mythos dieses Dikators beschäftigt, führt uns zu einigen seiner wichtigsten Monumente: dem Forum Caesars und dem Tempel der Venus Genetrix, der Curia Julia und der Basilica Julia und der Begräbnisstätte Caesars auf dem Forum Romanum. Die Führung kann separat oder als Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung „Julius Caesar. Ein Mann, seine Taten, der Mythos“ stattfinden.
Die Via Appia Antica und die Katakomben von S. Callisto
Die Katakomben von S. Callisto sind nach ihrem Erbauer Papst Callixtus (217-222 benannt, der mit dem Bau einer unterirdischen christlichen Begräbnisstätte dem damaligen Gesetz Folge leistete, das die Bestattung der Verstorbenen innerhalb der Stadtmauern verbot. Mit einer Gesamtoberfläche von 15 Hektar und etwa 20 km langen Galerien gehören die Katakomben von S. Callisto heute mit zu den größten und eindrucksvollsten ihrer Art. Von hier aus sind es nur wenige Meter zu Fuß zur Via Appia Antica, der antiken Verbindungsstraße von Rom nach Benevento, Taranto und Brindisi. Die Allee, die seitlich von Zypressen begrenzt wird und zum Teil noch das ursprüngliche Pflasterstein aufzeigt, lädt zu einem idyllischen Spaziergang weit ab vom Chaos des römischen Zentrums ein und führt uns dabei an den antiken Grabstätten der Cecilia Metella und des Romulus, Sohn des Kaisers Maxentius, vorbei.