RomaMirabilia

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Private Stadtführungen in Rom

Barock

 Barock

Noch heute wird das Stadtbild Roms vorwiegend vom Barock geprägt. Architektur, Urbanistik, Skulptur und Malerei wurden im 17. Jahrhundert mehr als je zuvor zum Ausdruck und Symbol des triumphalen Glanzes der katholischen Kirche.Unsere Stadtrundgänge führen uns zu den Hauptwerken dieser großen Zeitepoche und ihrer Künstler, deren Namen die Geschichte Roms in entscheidender Weise mitgeprägt haben. Im Vordergrund stehen diesbezüglich die virtuosen und szenographischen Architekturen und Skuplturen Gian Lorenzo Berninis, der grandiose Ideenreichtum Francesco Borrominis und die "entartete" Malerei Caravaggios.


Die Meister des Barock: Bernini und Borromini Tour 1

 Die Meister des Barock: Bernini und Borromini Tour 1

St. Peter; Oratorio dei Filippini, Piazza Navona, S. Ivo alla Sapienza, Obelisk vor S. Maria sopra Minerva, Palazzo Montecitorio

Gian Lorenzo Bernini und Francesco Borromini sind die bedeutendsten Architekten in Rom im 17. Jahrhundert. Aufgrund der Vielzahl und der Bedeutung ihrer Werke, wollen wir uns ihnen auf zwei unterschiedliche Touren widmen. Der Neapolitaner Bernini und der aus dem Norden stammende Borromini lernten sich in Rom spätestens unter Papst Urban VIII. (1623-1644) kennen, der beide Künstler gleich nach Beginn seines Pontifikates in seine neuen Baupläne mit einbezog: dem Familienpalast am Abhang des Quirinals und der Innenausstattung von St. Peter. Weit mehr als Borromini, der nur mit kleineren dekorativen Aufträgen versehen wurde, sollte sich der Name Berninis, der zum Leiter beider Unternehmen ernannt wurde, bald unwiderruflich mit St. Peter verbinden. Neben dem triumphalen Baldachin über dem Grab des Apostels Petrus, seien dabei in erster Linie die Cattedra Petri in der Apsis und der Vorplatz mit seiner Kolonnade, die Bernini unter Alexander VII. ausführte, zu zählen. Der oft als „schwierig“ bezeichnete, introvertierte Charakter Borrominis, der ihn im Jahr 1667 in den Freitod trieb, waren wohl der Grund dafür, dass er von den Päpsten nur seltener in wichtige Projekte einbezogen wurde als der gesellschaftsliebende Bernini, dessen prunkvollen bildhauerischen und architektonischen Arbeiten außerdem genau dem Zeitgeschmack seiner Auftraggeber entsprachen. Wie im Fall seiner beiden ersten eigenständigen Großaufträge, dem Oratorio dei Filippini neben der Chiesa Nuova und der Kirche S. Carlo alle Quattro, arbeitete Borromini daher häufiger im Auftrag privater Kirchenorden. Nach dem Tod Urbans VIII. (1644) arbeiteten Bernini und Borromini auch unter dem nachfolgenden Papst, Innozenz X. Pamphili, Seite an Seite: während Borromini die an den Pamphilipalast angrenzende Kirche S. Agnese in Agone entwarf, konzipierte Bernini den direkt davor aufragenden Vier-Ströme-Brunnen, Werke, die den Platz zu einem der schönsten Orte der Stadt gemacht haben. Im Anschluss besuchen wir die Kirche S. Ivo alla Sapienza, dessen Bau Borromini auf geniale Weise in dem kleinen Innenhof der damaligen Universität realisierte und die heute ohne Zweifel sein größtes Meisterwerk darstellt. An dem "Elefanten" Berninis vorbei, beenden wir unseren Rundgang vor dem von Bernini neu gestalteten Palazzo di Montecitorio, dem heutigen Sitz des Parlaments. 


Die Meister des Barock: Bernini und Borromini Tour 2

 Die Meister des Barock: Bernini und Borromini Tour 2

S. Maria della Vittoria, S. Andrea al Quirinale, S. Carlo alle Quattro Fontane, Palazzo Barberini, Fontana del Tritone, S. Andrea della Fratte, Palazzo Propaganda Fide, die “Barcaccia” auf der Spanischen Treppe, Porta del Popolo und S. Maria del Popolo 

Im Gegensatz zu Borromini machte sich Bernini in Rom auch als Bildhauer erfolgreich einen Namen. Neben seinen Skulpturen in der Galleria Borghese und in St. Peter und den vielen Figuren, die heute die Brunnen Roms schmücken, ist die Heilige Teresa, die Bernini in der Kirche S. Maria della Vittoria im Zustand der Ekstase darstellte, zu den bedeutendsten und erstaunlichsten bildhauerischen Arbeiten des Künstlers zu zählen. Die Vorliebe Berninis für das Szenographische lässt sich von seinen Skulpturen auch auf seine architektonischen Arbeiten übertragen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich seine Werke grundlegend von denen Borrominis, der der reich geschmückten Szenographie die Konzentration auf die Schlichtheit und die Form vorzog. Seine Werke verzichten auf jegliches überflüssiges Beiwerk, das dem Verständnis der Form im Wege stand. Genialistische Beispiele liefern in dieser Hinsicht die Kirchen S. Ivo alla Sapienza und S. Carlo alle Quattro Fontane. Fast als ob sich beide Künstler ein weiteres Mal miteinander messen sollten, liegt von der letzten Kirchen nur wenige Meter entfernt die von Bernini entworfene Kirche S. Andrea al Quirinale. Zu den vielen Orten, an denen Bernini und Borromini, wenn auch nicht immer gleichzeitig, zusammenarbeiteten, gehören der Palazzo Barberini, die Kirche S. Andrea della Fratte und der Palazzo Propaganda Fide, der sich direkt gegenüber von Berninis Wohnung befand. Zum Abschluss spazieren wir an Berninis Frühwerk, der „Barcaccia“ vorbei, zum ehemaligen Stadttor auf der Piazza del Popolo, das der Künstler zum Einzug der Königin Christina von Schweden im Jahr 1655 im Auftrag Alexander VII. neu gestaltete.


Spektakuläre illusionistische Deckenfresken

 Spektakuläre illusionistische Deckenfresken

SS. Apostoli, S. Ignazio, Il Gesù, S. Andrea della Valle 

Roms Barockkirchen sind so reich an dekorativem Schmuck, dass man zunächst gar nicht weiß, wo man zuerst hinblicken soll. Oft fällt das Auge daher erst beim Verlassen der Kirche auf die Deckendekoration, deren eindrucksvollste Beispiele wir uns während dieses Rundgangs ansehen wollen: die Engelsglorie Giovanni Lanfrancos in S. Andrea della Valle, die etwa zur gleichen Zeit entstandenen Deckenfresken Baciccias in Il Gesù, Andrea Pozzo Fresko in S. Ignazio und nicht zuletzt den realistisch wirkenden Engelssturz Giovanni Odazzis in SS. Apostoli. Wer das Thema der illusionistischen Deckenfresken in Rom noch vertiefen möchte, sollte sich unbedingt das einmalige Deckenfresko der Göttlichen Weisheit von Pietro da Cortona im Palazzo Barberini ansehen, das dieser in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts im Auftrag Urbans VIII. und dessen Neffen Francesco Barberini ausführte.


Caravaggio- ein Künstler gegen die Tendenzen

 Caravaggio- ein Künstler gegen die Tendenzen

S. Luigi dei Francesi, S. Agostino, S. Maria del Popolo

Michelangelo Merisi da Caravaggio, genannt Caravaggio, ist bis heute hin einer der umstrittensten und viel diskutiertesten Künstler des 17. Jahrhunderts. Sein extravagantes und oftmals gewalttätiges Temperament, von dem uns seine Zeitgenossen berichten, und seine neuartige Auffassung der Kunst, die in keinster Weise mit den Vorstellungen der Kirche korrespondierte, ließen den Künstler zu einem Außenseiter der römischen Kunstszene werden. Wie im Fall seiner Altarbilder in S. Maria del Popolo und S. Luigi dei Francesi kam es dabei oft vor, dass er seine Kompositionen aufgrund ihrer für damalige Verhältnisse bezeichneten „dekanten Ikonographie“ umändern musste. Die drei ausgewählten Kirche zeigen die römischen Meisterwerke des eigenwilligen Künstlerrevolutionärs. Für eine Vertiefung seines Schaffens empfehlen wir einen Besuch in der Galleria Borghese.

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