Michelangelos Lebenswerk in der Sixtinische Kapelle

Am 18. Februar 1564 verstarb Michelangelo Buonarotti im Alter von 89 Jahren. Er hinterliess zu diesem Zeitpunkt ein künstlerisches Erbe von unglaublicher Bedeutung.
Wenn man es genau nimmt, dauerte Michelangelos Leben als Künstler 77 Jahre denn bereits mit 12 Jahren trat er in Florenz in die Werkstatt Domenicho Ghirlandaios ein.
Aber wer hätte damals schon gedacht, dass der Lehrling schon bald zu einem der grössten Renaissancekünstler zählen sollte, einer, der als Maler, Architekt und Bildhauer auf gleiche Weise Erfolge erzielte? Mit dem Auftrag zur Ausmalung des Deckengewölbes in der Sixtinischen Kapelle durch Papst Julius II. begann Michelangelos eigentliche Karriere als Maler, auch wenn der Künstler sich dieser anfangs widerstrebte, war er doch eigentlich zunächst für den Auftrag des Grabdenkmals des Papstes nach Rom gerufen worden. Die Auftragslage änderte sich dann aber schon kurz nach der Ankunft der Künstlers am päpstliche Hofe und so begann er schliesslich nach mehreren Auseinandersetzungen mit dem Papst im Jahr 1508 mit dem Zyklus der Erschaffung der Welt auf dem Deckengewölbe, an dem er 4 Jahre lang arbeiten sollte. 1534 berief ihn dann Papst Paul III. noch einmal in die Kapelle, diesmal mit dem Auftrag des Jüngsten Gerichts auf der Altarwand. 11 Jahre Arbeit, über 1000 gemalte Figuren von Heiligen, Engeln und Dämonen und eine mit Lapislazuliblau ausgemalte Altarwand von 200 Quadratmeter.
Über 60 Jahre alt war Michelangelo als er das Jüngste Gericht malte und wenn man heute vor der Altarwand steht und die verschiedenen Bewegungsstudien der Figuren und hintergründigen ikonographischen Inhalte studiert, dann kann man kaum glauben, dass dieses Meisterwerk in nur fünf Jahren entstanden ist.
Zum Glück hatte Michelangelo nicht mehr miterlebt, dass die Kirche nach seinem Tod Zensurmassnahmen an seinem Fresko ausübte, die soweit gingen, dass ein Grossteil seiner entblössten Figuren mit Stoffen zugedeckt wurden.
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