Testaccio

Wenn man das erste Mal in Testaccio ist, hat man das Gefühl , sich in einer eigenen Stadt zu befinden. Jeder kennt hier jeden und an allen Hausecken wird geplaudert und in den Bars sieht man Karten spielende Männer. In Testaccio kann man einige der besten Restaurants von Rom finden und aufgrund der vielen Lokale und Diskotheken ist dieses Stadtviertel vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt.

Abgesehen von den kulinarischen „Anlaufstellen“, lohnt sich ein Spaziergang durch Testaccio aber auch in kultureller Hinsicht. Es gibt hier zwar nicht viele Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem ist Testaccio reich an Geschichte.
In der antiken Zeit befand sich hier das Emporium, ein Anlegehafen mit grossen Warenhallen, in denen Lebensmittel, später auch der Marmor aus Ägypten und Griechenland gelagert wurden (daher führt hier auch die Via Marmorata entlang). Der Name Testaccio bedeutet frei aus dem Lateinischen übersetzt „Scherbenhaufen“, denn hier wurden die Amphoren zerstört, bevor die Waren in neuen Amphoren in die Stadt gebracht wurden. Dieser Scherbenhügel ist heute noch zu besichtigen. Aber erfahren Sie hier in Kürze, was es in Testaccio noch so an Sehenswürdigkeiten zu sehen gibt:

 

Piramide Cestio

Eine Pyramide in Rom? Ja, Sie haben richtig gelesen, und zwar war es vor 2000 Jahren auch nicht die einzige dieser Art in der Hauptstadt des römischen Reichs gewesen. Nach der Eroberung Ägyptens zur Zeit von Kaiser Augustus wurde die ägyptische Kunst und Architektur in Rom modern. Viele höher gestellten Persönlichkeiten wollten sich wie die Pharaos begraben lassen. Heute gibt aber nur noch die Pyramide des Caio Cestio ein Bild dieses Ägyptenkults in Rom. Cestio war ein römischer Prätor und Volkstribun, der 12 v. Chr. starb. Die Pyramide liegt an der Aurelianischen Stadtmauer bei der Porta San Paolo und am Anfang der Via Ostiense, die in der Antike Rom mit der Hafenstadt Ostia verband.
Ticketreservierung für die Besichtigung der Piramide Cestio über Coopculture.

Von der Metrostation Piramide – Porta San Paolo (Metro B) fahren im 20 Minuten Takt Bahnen zur Hafenstadt Ostia Antica und an den Lido von Ostia. Hier zu den Uhrzeiten

Protestantischer Friedhof

Im Schatten der Piramide Cestio und der Porta San Paolo liegt der berühmte protestantische Friedhof von Rom, dessen Ursprünge auf das Jahr 1821 zurück gehen, auch wenn Dokumente belegen, dass erste Beisetzungen hier schon um 1730 stattfanden. Auf diesem Friedhof wurden alle nicht-katholischen Reisenden, zum Beispiel Deutsche und Engländer begraben, die von der Italiensehnsucht gepackt, im 19. Jahrhundert nach Rom reisten. Romreisende aus aller Welt sind hier begraben, darunter berühmte Persönlichkeiten wie:

John Keats, englischer Dichter, der im Jahr 1820 im Alter von nur 26 Jahren in Rom verstarb
Friedrich Reinhart, Maler und Kupferstecher
August von Goethe, Sohn von Johann Wolfgang von Goethe, auf dessem Grab ein Medaglion von Bertel Thorwaldsen zu sehen ist. Auf seinem Grab lies er aus Ehrfurch vor seinem Vater nicht seinen eigenen Namen schreiben, sondern die Inschrift „Goethe filius“.

Richard Krautheimer, deutsch amerikanischer Kunsthistoriker

Karl-Philipp Fohr, deutscher Maler

Ex Mattatoio

Es handelt sich hierbei um den ehemaligen Schlachthof Roms. Und das ist eine Sehenswürdigkeit? Ja, heute schon, denn seit 2003 werden die Räume des „Mattaoio“ (ital. für Schlachthof) als Zweigstelle des Museo d’Arte Contemporanea di Roma MACRO genutzt. Eine unglaubliche Verbindung: zeitgenössische Kunst in den Schlachträumen. Der Schlachthof war von 1888 bis 1975 in Betrieb. Danach wurde das Gebiet bereits für verschiedenen Veranstaltungen genutzt. (Konzerte, Flohmarkt, Biomarkt) Besonders nett ist das Caffe, in das man über den grossen Vorplatz gelangt.

 

Monte Coccio

Gleich neben dem Mattatoio sieht man den Monte Coccio. Etwas Einzigartiges! Dieser grün bewachsene Hügel erhebt sich auf den Resten der Amphoren, die von den Schiffsleuten am Emporium (dem Hafen) abgegeben wurden. Aus hygienischen Gründen wurden die darin aufbewahrten Lebensmittel in neue Amphoren umgelagert. Heute kann man den Hügel nur auf Anfrage oder mit einer Führung an bestimmten vorgegebenen Tagen besichtigen. Mehr über die „Scherbendeponie“ lesen Sie auf diesem Blog

 

In Testaccio ist auch der Ursprung der römischen Küche. (link). Unsere Restaurantempfehlungen:

 

Da Felice, Flavio al Veloavevodetto, Da Augustarello

Wenn Sie mit einer private Führung und Insiderinformationen dieses Stadtviertel erkunden möchten, begleiten wir Sie gern. Mit einem privaten Chauffeur hätten wir ausserdem die Möglichkeit, die angrenzenden Viertel Ostiense und Garbatella zu besuchen oder einen Ausflug nach Ostia Antica zu machen.

 

 

 

 

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